Umwelt Arena Schweiz (Spreitenbach AG)

Die Umwelt Arena – ein Gebäude mit Vision

Die Umwelt Arena Schweiz ist weit mehr als ein Ausstellungszentrum. Sie ist ein Symbol für Innovation, Nachhaltigkeit und zukunftsorientiertes Bauen. Entworfen vom Büro René Schmid Architekten, verbindet das Gebäude Ausdruck, Form und Funktion zu einer überzeugenden Einheit.

 

Auftraggeber war der Umweltpionier Walter Schmid, Bauunternehmer und Erfinder des Biogasverfahrens Kompogas. Seine Vision: Ein Kompetenz- und Informationszentrum zu schaffen, in dem nachhaltige Lösungen erlebbar werden.

Seit der Eröffnung haben bereits rund 1,5 Millionen Besucher:innen die Arena erlebt. Der gesamte Strombedarf des Gebäudebetriegbs wird zu 100 % selbst produziert, und der Betrieb erfolgt CO2-neutral – ein lebendiges Beispiel dafür, wie sich Klimaschutz schon heute umsetzen lässt.

CO2-neutraler Baustellenbetrieb – Pionierleistung von Anfang an

Wer ein Zentrum für Nachhaltigkeit baut, muss schon beim Bau Massstäbe setzen. Die Umwelt Arena war die weltweit erste Grossbaustelle mit CO2-neutralem Baustellenbetrieb.

Von der Materialwahl bis zur Baustellenlogistik wurde alles auf Klimaschutz und Ressourcenschonung ausgerichtet:

  • CO2-neutraler Betrieb der Baustelle – sämtliche Maschinen und Abläufe wurden klimaneutral organisiert.

  • Ressourcenschonende Materialien – Beton, Holz, Stahl und Putz blieben, wo möglich, unbehandelt.

  • Kreative Wiederverwendung – ausgeschnittene Metallteile der Innengeländer wurden als Designelemente im Aussenbereich eingesetzt.

Dieses Engagement zeigt, dass nachhaltiges Bauen nicht nur ökologisch, sondern auch ästhetisch überzeugen kann.

Gebäudetechnik – CO2-neutral im Betrieb

Die Umwelt Arena beweist, dass modernste Technik und umweltfreundliches Bauen Hand in Hand gehen können.

  • Gebäudeintegrierte Photovoltaik-Dachanlage: 5’500 Solarmodule auf 5’300 m² Dachfläche erzeugen jährlich rund 540’000 kWh Strom – genug, um den gesamten Eigenbedarf CO2-neutral zu decken.

  • Innovatives Heiz- und Kühlsystem (TABS): 60 km Leitungen in den Betondecken und ein Erdkollektor mit 9 km Leitungen speichern Wärme oder Kälte und ermöglichen einen energieeffizienten Betrieb ohne fossile Brennstoffe.

  • Natürliche Materialien & optimale Dämmung: Holz aus zertifizierten Quellen, Recyclingstahl und Steinwolle mit hervorragenden Brandschutzwerten sorgen für höchste Energieeffizienz und Sicherheit.

Mit dieser Kombination aus intelligenter Architektur und moderner Technik zeigt die Umwelt Arena, dass CO2-Neutralität bei Bau und Betrieb schon heute machbar ist – und gleichzeitig wirtschaftlich und attraktiv umgesetzt werden kann.

Weiterführende Informationen

Die Umwelt Arena von René Schmid Architekten aus Zürich ist ein auffälliger Solitär in der Reihe grossmassstäblicher Baukörper an Spreitenbachs verkehrsreicher Landstrasse. Sie bildet eine sinnvolle und nachhaltige Einheit aus äusserer Form, Konstruktion und Nutzung. Die Architekten entwarfen eine ovale Arena mit drei Unter- und vier Obergeschossen; im Herzen des Gebäudes liegt eine dreigeschossige Arena für Nachhaltigkeit, die bis zu 4000 Personen fasst.

Um für die vorgegebene Nutzung die passende Form zu finden, liessen sich René Schmid und sein Team von verschiedenen Vorbildern leiten. Das Entwurfsteam suchte nach einer Form, die Dynamik und Sportlichkeit ausdrückt. Für die Grundform orientierten sich die Architekten einerseits bei ausgebreiteten Vogelflügeln, andererseits fanden sie Vorbilder in der Welt schneller Autos und Boote. Wie Reptilienschuppen bilden speziell geformte Photovoltaikpanelen die schützende Gebäudehülle. Ihre Facetten und der dunkle Glanz der Photovoltaikpanelen erinnern an einen Kristall.

Den Kern des Gebäudes bildet das thermoaktive Betontragwerk, das mit Tabs durchzogen und von diesen temperiert wird. Wärme und Kälte werden in zwei grossen Wasserspeichern und in einem Röhrensystem unter dem Fundament gespeichert. Darauf wurde im Kastenbausystem eine Holzkonstruktion mit freien Winkeln errichtet.

Mit der Umwelt Arena hat Walter Schmid einen Ort geschaffen, an dem die zentralen Themen Umwelt, Energie und Nachhaltigkeit für alle erlebbar und begreifbar werden. Es ist ein Ort des Wissens, des Lernens und des Erfahrungsaustausches –und ein Ort, der zu einem verantwortungsvollen Umgang mit der Natur anregt. Seit der Eröffnung im August 2012 durch die ehemalige Bundesrätin Doris Leuthard ist die Umwelt Arena ein beliebtes Ausflugsziel für alle Generationen.

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Als weltweit erste Grossbaustelle mit CO2-neutralem Baustellenbetrieb hat die Umwelt Arena Massstäbe gesetzt und auf sich aufmerksam gemacht.

Die Umweltbelastung wurde schon beim Bau so gering als möglich gehalten: Der Baustellenbetrieb funktionierte CO2-neutral. Aber auch der Umgang mit den verbauten Materialien sparte Ressourcen. Beton, Holz, Stahl und Putz wurden natürlich belassen, wenn dies technisch möglich war. Die sparsame Haltung findet auch ihren spielerischen und kreativen Ausdruck: Die Metallgeländer im Innern haben herausgeschnittene Aussparungen. Diese wurden zwischen ein oberes und unteres Metallband geschweisst und als Geländer im Aussenbereich verwendet. Diese einfache Lösung zeigt exemplarisch das Anliegen, durch Vereinfachung und Kreativität eine Lösung zu finden, die sowohl ästhetisch als auch ökologisch überzeugt.

Walter Schmid: „Der Bau eines so komplexen Gebäudes wie die Umwelt Arena ist auch für die erfahrene Bau- und Generalunternehmung W. Schmid AG eine grosse Herausforderung. Die termingerechte Fertigstellung des Rohbaus ist alles andere als selbstverständlich.“